Interview mit Dirk Steffens:

Journalist und Terra-X-Moderator Dirk Steffens erzählt im Interview von seiner spannenden Arbeit und erklärt seinen Blick auf den Naturschutz.

Dirk Steffens ist Journalist, Produzent und Moderator. Einem breiten Publikum ist er durch die Doku-Reihe Terra X im ZDF bekannt. Darüber hinaus engagiert er sich mit voller Leidenschaft für den Tier- und Umweltschutz, hat eine eigene Stiftung gegründet und hält bundesweit Vorträge im Bereich Umweltbildung. Im Interview gibt er Einblicke in seine Arbeit und erklärt seinen Blick auf den Umgang mit der Natur.

  • Herr Steffens, ist Ihr Job für Sie Beruf oder Berufung?

    Zu Beginn war es ein Abenteuer, dann wurde es immer mehr zu einer Berufung. Und zu einem großen Glück.

    Was macht das Format Terra X für Sie aus?

    Komplexe Themen werden bei Terra X so aufgearbeitet, dass die Professorin genauso viel Spaß daran haben kann wie der Schuljunge. Denn in diesem Format finden große Gedanken und große Gefühle gleichzeitig Platz – das ist im deutschen Fernsehen einmalig. Ich war als Jugendlicher selbst schon Fan dieser ZDF-Dokus. Dass ich dann später die Chance bekam, an diesem Format mitzuarbeiten, hätte ich nie zu hoffen gewagt.

    Sie waren in der Eiswüste der Antarktis, steckten in Arizona im Treibsand und haben auf den Seychellen mit Riesenschildkröten gekuschelt. Welche Ihrer zahlreichen Reisen ist Ihnen am eindrucksvollsten im Gedächtnis geblieben?

    Ich glaube, für einen Berufsreisenden ist immer die nächste Expedition die aufregendste. Denn der Beruf des Naturreporters ist ja geprägt von Neugierde, vom lernen wollen, von dem Spaß daran, etwas zu sehen, zu fühlen, zu riechen und zu schmecken, das man noch nicht kennt. Ich denke viel mehr an eine geplante Reise als an eine zurückliegende. Aber natürlich gibt es einzelne Erlebnisse, die ich nie mehr vergessen werde. Als ich im zentralafrikanischen Dschungel 12 Jahre nach unserem ersten Aufeinandertreffen dem Gorillamännchen Makumba wiederbegegnet bin, in einem Land, in dem zwischendurch Rebellen und Wilderer ihr Unwesen getrieben haben, das hat mich überwältigt. Da war ich den Tränen nah. Solche Erlebnisse sind unbezahlbar.


    • Dirk Steffens in 15 Sekunden


      Tiger oder Hauskatze?
      Ich liebe alle Tiere.

      Berge oder Meer?
      Meer.

      Salat oder Burger?
      Vegetarischer Burger mit Salat.

      Doku oder Actionfilm?
      Beides abwechselnd.

      Chatten oder Videotelefonie?
      Lieber Chatten.

      Heimweh oder Fernweh?
      Erst das eine, dann das andere.

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  • Neben den schönen Momenten gibt es aber auch heikle Situationen bei Ihrer Arbeit. Wie gehen Sie mit dem Berufsrisiko um?

    Ach, wir sagen immer, das Gefährlichste an der Wildnis ist die Autofahrt dorthin. Tatsächlich erscheinen Löwen, Schlangen und Skorpione nur denen so gefährlich, die ihnen selten begegnen. Ich glaube nicht, dass ich gefährlicher lebe als ein Dachdecker oder Fahrradkurier. Es sieht halt nur exotischer aus.

    Welchem Thema oder welcher Frage würden Sie gerne noch auf den Grund gehen?

    Da gibt es Hunderte. Im Moment interessiert mich besonders, wie Menschen ihre Lebensspanne verlängern – durch andere Lebensweisen, durch Medizin, Technik, Genmanipulation und Robotik. Wie alt können wir wirklich werden?

    Woher kommt Ihr Engagement für Natur und Umwelt?

    Ich liebe die Natur seit ich denken kann. Das hat mir der Zufall wohl in die Wiege gelegt.

    Gemeinsam mit Ihrer Frau haben Sie die Biodiversity Foundation gegründet, eine Stiftung, die den Schutz der Artenvielfalt in den Fokus stellt.

    Warum ist die Biodiversität so wichtig?

    Weil sie die Grundlage des menschlichen Lebens ist. Die Klimakrise stellt nur die Art in Frage, wie wir leben, beim Artensterben geht es darum, ob wir leben.

    Was muss sich grundsätzlich ändern, damit unsere Kinder und Enkel noch echte Elefanten, Orang-Utans und Blauwale erleben können?

    Weniger Menschen, weniger Wirtschaftswachstum, mehr Verteilungsgerechtigkeit, mehr Respekt vor der Natur, die uns am Leben erhält. Das schaffen wir entweder aus eigener Kraft oder die Natur wird es uns auf die harte Tour beibringen.

    Lassen sich in Ihren Augen Innovation und Technik mit dem Natur- und Tierschutz vereinbaren?

    Mit fast acht Milliarden Menschen auf der Erde und ständig steigenden Ansprüchen an Gesundheit, Ernährung und Wohlstand sind Innovationen und umweltfreundliche Technologien unsere einzige Chance.



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  • Bei der Telekom ist Nachhaltigkeit ein zentrales Thema. Dieses Magazin wird auf Naturpapier gedruckt; mit dem we care Handykreislauf will das Unternehmen wertvolle Ressourcen sparen – und das sind nur zwei der zahlreichen Maßnahmen. Müssen Unternehmen mit gutem Beispiel vorangehen oder liegt die Verantwortung beim Verbraucher?

    Große Unternehmen – und die Telekom ist eines davon – können in ihren Bereichen oft schneller und effizienter handeln als die Politik. Im Falle der Telekommunikation sind die seltenen Erden und der Energieverbrauch zwei große Umweltthemen. 2018 verbrauchte allein das Video-Streaming so viel Energie wie Deutschland, Polen und Italien zusammen. Tendenz schnell steigend. Hier können die Global-Player mehr verändern als nationale Regierungen, weil sie über Grenzen hinweg handeln können. Deshalb müssen Unternehmen tatsächlich mehr Verantwortung übernehmen. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass ein Konzern, der heute umweltfreundliche Technologien implementiert, morgen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil haben wird.

    Und was kann jeder Einzelne für den Umweltschutz tun?

    Es gibt eine Schätzung, der zufolge jeder Mensch in einem industrialisierten Land wie Deutschland ungefähr hundert Mal am Tag eine Entscheidung trifft, die direkten Einfluss auf die Umwelt hat – beim Einkaufen, Arbeiten, bei der Fortbewegung, beim Essen, beim Heizen und, und, und. Wir sollten diese Möglichkeit besser nutzen.

    Zum Thema Fortbewegung: Reisen, speziell Flugreisen und Kreuzfahrten, stehen stark in der Kritik. Wie stehen Sie dazu?

    Ich bin Berufsreisender. Natürlich klimakompensiere ich meine Flüge, aber wo Verzicht möglich ist, ist er die bessere Wahl. Wobei Tourismus an vielen Orten der Welt die Voraussetzung für Naturschutz ist. Botswana zum Beispiel: Das Okavango-Delta wäre ohne den sehr teuren, aber nachhaltigen Safari-Tourismus in der Region schon lange nicht mehr das Paradies, das es heute noch ist. Das zeigt: Es kommt – wie immer im Leben – darauf an, was man daraus macht. Nachhaltiger Tourismus ist gut, stumpfe Ich-bin-dann-mal-weg-Touren sind schädlich.

    Streiken statt Schule – was halten Sie von der Fridays-for-Future-Bewegung?

    Die Umweltprobleme sind wissenschaftlich schon seit vielen Jahren bekannt, wurden analysiert und erklärt. Trotzdem ist viel zu wenig passiert. Also brauchen wir mehr Druck auf die Politik. Und dabei ist mir angesichts der dramatischen Lage inzwischen völlig egal, wie dieser Druck entsteht und wer ihn entwickelt. Wenn das in den vergangenen zwei Jahren nun die Schüler waren: Gut. Aber im Grunde müssten wir alle auf die Straße.

    Vielen Dank für das tolle und aufschlussreiche Gespräch!

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