• DAS INSTITUT STAFFEL 2

    Der Kampf der Kulturen tobt weiter


    Ob mit Bücherbus, „Pottery Slam“ oder Oktoberfest – abermals beißt sich die Belegschaft des Deutschen Sprach- und Kulturinstitut in Kallalabad die Zähne daran aus, das Volk von Kisbekistan für die deutsche Kultur zu begeistern. 

    Das Institut – Oase des Scheiterns 2 läuft seit dem 1. August exklusiv bei MagentaTV.

  • Das Institut Staffel 2: Die Chaostruppe in Kallalabad. Die sympathische Chaostruppe aus Kallalabad.

    Die Handlung

    Exportweltmeister scheitert erneut am Kulturexport

    Willkommen zurück in Kallalabad! Schauplatz der zweiten Staffel dieser deutschen „Comedy-Perle“ (Der Spiegel) ist wieder die Hauptstadt der instabilen islamischen Volksrepublik Kisbekistan – irgendwo zwischen Turkmenistan und Tadschikistan, in der „Achselhöhle Asiens“, im hinterletzten Winkel der Erde. Ein fiktives Land, das vom Bürgerkrieg, von Hunger und Krankheiten gebeutelt ist, das mehr sauberes Trinkwasser braucht, mehr funktionierende Kraftwerke und weniger giftige Schlangen – aber ganz sicher kein Deutsches Sprach- und Kulturinstitut. Ausgerecht hier versuchen die sechs Helden der Koproduktion von MagentaTV und Bayerischem Rundfunk, Deutsch als Fremdsprache zu bewerben und deutsche Kultur zu propagieren. Dass sie daran schon in der ersten Staffel grandios gescheitert sind, hält sie nicht davon ab, auch in den acht neuen Folgen keinem interkulturellen Fettnäpfchen aus dem Weg zu gehen.


  • Neu in Staffel 2

    Und täglich grüßt die Oase des Scheiterns

    Das Institut bespielt das Genre der klassischen Workplace-Sitcom, und so beginnt jede Episode mit der Gewissheit, dass am Ende alles im Chaos enden wird. Nur der Weg dorthin bleibt immer überraschend bissig, zuverlässig sarkastisch und stets holprig wie eine Sandpiste im Kisbukusch – für Liebhaber von Stromberg, Deutsch-Les-Landes und Co. aber auch ohne Vorkenntnisse aus Staffel 1 gut gangbar. Nachdem es dem sympathisch-schrägen Team in den ersten acht Folgen gelungen war, die Schließung des Instituts durch die Zentrale in München abzuwenden, ziehen über Kallalabad in Staffel 2 nun neue Wolken auf – sei es durch überraschenden Besuch aus der Heimat, die niederländischen Nachbarn oder allerlei Eifersüchteleien. Dabei hat sich die realistische Hälfte der deutschen Belegschaft mit der eigenen Bedeutungslosigkeit abgefunden und frönt gegenüber den „rückständigen“ Kisbeken ihrer postkolonialen Besserwisserei. Der optimistische Teil versucht noch immer jeden Tag von neuem, den Stein den Hügel hochzurollen – mit mäßigem Erfolg. Weitgehend am Interesse der Kisbeken vorbei werden Lesungen, Ausstellungen und Konzerte veranstaltet; mit minimaler Beteiligung gibt es Workshops, Vorträge und Deutscholympiaden. Und während man sich daneben mit unliebsamen Terroristen, aufdringlichen Giftschlangen und impertinenten Couchsurfern herumschlagen muss, geht es zwischen den Mitarbeitern ans Eingemachte, so dass man sich fragen muss: Was wird Das Institut eher zerreißen – die internen Spannungen oder doch eine Bedrohung von außen?


    Die Highlights

    Letzte Ausfahrt Oktoberfest

    Dr. Anneliese Eckart (Christina Große) hat vor ihrem Schicksal als Institutsleiterin in Kisbekistan kapituliert und versucht nun, es mit Schnaps etwas erträglicher zu gestalten. Erst kämpft sie jedoch mit schlechtem Fusel, dann gemeinsam mit der Deutschlehrerin und selbsternannten Exorzistin Jördis Otto (Nadja Bobyleva) gegen den Teufel Alkohol. Währenddessen fühlt sich Eckarts Stellvertreter Johann Gmeiner (Rainer Reiners) nach einem Anruf seines ehemaligen Praktikanten (Kurt Krömer), der mittlerweile Vizepräsident des Instituts ist, vollkommen unterschätzt. Er beschließt, Kisbekistan zu verlassen, um selbst Institutsleiter zu werden. Noch immer nicht zusammen kommen die beiden Königskinder Jördis und Hausmeister Mohammad Haschim Abdali (Omar El-Saeidi) – der kulturell-religiöse Graben zwischen ihnen ist so tief, dass Jördis aus lauter Verzweiflung mit dem holländischen Nachbarn flirtet und Haschim überreagiert und flieht. Es folgt eine aufregende Suche mit dem neuen Bücherbus von Bibliothekarin Margarete Hoffmann (Swetlana Schönfeld). Diese bekommt übrigens überraschend Besuch von ihrem Sohn (Florian Lukas) und wird so von ihrer DDR-Vergangenheit eingeholt. Programmleiter Titus Lohse (Robert Stadlober) entpuppt sich derweil als großer Kenner der Neuen Deutschen Welle und bemüht sich redlich um die Ehre des deutschen Humors. Ausgerechnet beim großen und ausnahmsweise überaus erfolgreichen Oktoberfest droht das Institut dann zu implodieren – aber selbst an dieser Aufgabe scheitert es …

  • Das Institut Staffel 2: Oktoberfest ist die letzte Kugel im Kampf der Kulturen. München? Nein! Das deutsche Oktoberfest wird auch am Kisbukusch verteidi… ähm, gefeiert.
    Das Institut Staffel 2: Dr. Anneliese Eckhard kämpft mit dem „Teufel Alkohol“. Institutsleiterin Dr. Anneliese Eckhard (Christina Große) hat jedoch mit dem „Teufel Alkohol“ zu kämpfen.
    Das Institut Staffel 2: Titus und Haschim kämpfen an verschiedenen Fronten. Kämpfen müssen auch andere: Titus (Robert Stadlober, l.) im Paintball, Haschim (Omar El-Saeidi) um die Gunst von Jördis.
    Das Institut Staffel 2: Jördis töpfert mit dem Nachbarn aus den Niederlanden. Deutschlehrerin Jördis (Nadja Bobyleva) versteht sich etwas zu gut mit dem holländischen Nachbarn.
    Das Institut Staffel 2: Johann und Margarete plauschen mit Alexej. Derweil freuen sich Johann (Rainer Reiners, l.) und Margarete (Swetlana Schönfeld) über den Besuch von Margaretes Sohn Alexej (Florian Lukas).

  • Die Kritik

    Mit Hirn, Charme und Auszeichnungen

    „Schockierende Machenschaften am Deutschen Sprach- und Kulturinstitut in Kallalabad!“ So betitelt Johann den potenziellen Beitrag, den eine Reporterin in der ersten Folge der neuen Staffel „Neue Deutsche Welle“ über das Institut drehen möchte. Worauf Margarete lapidar entgegnet: „Ich würds gucken!“ Und Recht hat sie! Selten hat eine deutsche Comedy-Serie den Versuch eines deutschen Leitkulturexports derart politisch unkorrekt und hintersinnig aufs Korn genommen. Seit der Kultkomödie „Man spricht deutsh“ von Gerhard Polt wurde der Kampf der Kulturen – sprich: Deutsche im Ausland stellen ihr latentes Leitkultur-Überlegenheitsgefühl unverblümt zur Schau – nicht mehr so pointiert skizziert. Großartige Dialoge mit versteckten Spitzen gegen das bildungsbürgerliche Deutschtum und typisch deutsche Konflikte wechseln sich ab mit urkomischen Slapstickeinlagen. Ausgefüllt wird die Serie von den liebevoll gestalteten Charakteren, allen voran der phlegmatischen Institutsleiterin Dr. Eckart – unfassbar trocken gespielt von Christina Große. Der bissige, fast englische Humor und die Spielfreude der Akteure machen die bitterböse Satire zum perfekten Serien-Snack für zwischendurch. Schon Staffel 1 der von Drehbuchautor Robert Löhr verfassten Workplace-Sitcom war 2018 mit dem Deutschen Comedypreis und mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet worden. Wenn das nicht ein typisch deutsches Argument dafür ist, die Fortsetzung einzuschalten!

  • Das Institut Staffel 2: Kulturexperten treffen Experten der Kultur. Nur selten kommen die Kulturexperten so eng in Kontakt mit Experten der kisbekischen Kultur.
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