Johannes B. Kerner über seine neue Talkshow "Bestbesetzung"

Das erwartet Sie bei seiner neuen Talkshow Bestbesetzung – exklusiv bei MagentaTV.
 

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Im Interview verriet die Talk-Ikone, was ihn mit dem ersten Gast Jürgen Klopp verbindet und auf welche Gäste die Zuschauer sich noch freuen dürfen.


  • Herr Kerner, Sie stehen bereits seit mehreren Jahrzehnten vor der Kamera und haben unterschiedlichste Formate moderiert. Was ist für Sie das Spannende bei Ihrer neuen Talkshow Bestbesetzung?

    Das Spannende ist, dass nicht Interviews stattfinden, sondern Gespräche. Dass man sich die Zeit nehmen kann, sich wirklich auf sein Gegenüber einzulassen und ich versuchen kann, die Menschen ein bisschen zu öffnen. Ich hole mir nicht einfach nur ein Statement ab, wie in Talkshows, wo Meinungen und Bücher verkauft werden. Man kann sich den Menschen wirklich nähern. Dafür braucht es Zeit und das richtige Format. 

    Man bekommt persönlichere Eindrücke.

    Das will ich ungern versprechen. Aber das ist natürlich das, was ich versuchen möchte. Mir selbst würde ich das Versprechen gern abringen. Wir wollen hier kein Feuerwerk an neuen Ideen abbrennen. Wir möchten ein echtes Gespräch führen.

  • Was hat sie bewogen, zusammen mit dem TV- und Streaming-Anbieter MagentaTV dieses neue Talkformat zu entwickeln?

    Es ist tatsächlich so, dass wir eine Plattform brauchten, wo die Möglichkeit besteht, sich den Menschen wirklich zu nähern – mit kompletter redaktioneller Unabhängigkeit. Mit Jürgen Klopp in der ersten Ausgabe will ich ja nicht über Manchester City oder Bayern München sprechen, sondern über seine Herkunft, über seine Werte, darüber, was diesen Menschen auszeichnet. Wie er geworden ist, was er ist, wofür er dankbar ist, was ihm schwerfällt, was ihn traurig macht, was ihn erfreut. Ich will einfach den Typen genauer kennenlernen und nicht nur den Fußballtrainer.

  • Im Laufe Ihrer Fernsehkarriere haben Sie viele interessante Persönlichkeiten getroffen. Inwieweit helfen Ihnen diese persönlichen Kontakte bei der Auswahl ihrer Interviewpartner?

    Das Format Bestbesetzung ist nicht vergleichbar mit einer gängigen Talkshow, in die die Leute kommen, um etwas an den Mann zu bringen. Ich habe schon viele Begegnungen in Fernsehsendungen gehabt und so viele Gespräche geführt. Hier haben wir gesagt, wir wollen den Titel Bestbesetzung mit Leben füllen. Das ist sicher kein ganz leichtes Unterfangen. Da möchten wir mit etwas punkten, was es woanders nicht gibt. Und das ist die Zeit, die Hingabe, die Gelegenheit, Gedanken sich entwickeln zu lassen.

Mehr Magenta: Johannes B. Kerner und Jürgen Klopp
Mehr Magenta: Johannes B. Kerner und Jürgen Klopp im Interview
Mehr Magenta: Johannes B. Kerner und Jürgen Klopp im Gespräch
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  • Der zweite Gast wird jemand sein, den die Deutschen, wenn es eine Direktwahl gäbe, sofort zum Bundespräsidenten wählen würden.

    Johannes B. Kerner, Journalist, Fußballkommentator und Talk-Ikone

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  • Jürgen Klopp hatten Sie schon genannt, als ersten Gast in der Sendung. Was verbindet Sie mit ihm?

    Ich kenne Jürgen Klopp schon viele Jahre. Wir haben uns 2005 beim Confederations Cup kennengelernt und ich habe die große Ehre gehabt, mit ihm gemeinsam die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 beim ZDF zu machen. Das macht es fürs Interview nicht einfacher, weil man mit jemandem, den man gut kennt, anders umgeht. Auf der anderen Seite weiß ich auch sehr viel, was andere nicht wissen, und ich glaube, daraus eine faire und gute Mischung zu finden, wird das Unterfangen sein. Wir haben eine ganz besondere Location für das Gespräch, nämlich das Stadion an der Anfield Road – eine Kathedrale des Fußballsports. Nur wir beide werden in dem Stadion sein und ich glaube, dass das leere Stadion – das hat auch Jürgen sehr selten – nochmal eine ganz besondere Wirkung entfalten kann. Ich freue mich sehr auf das Gespräch.


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Ihre Karriere im Fernsehen begann 1986 mit einem Praktikum beim Sender Freies Berlin. Von welcher Karriere haben Sie damals geträumt?

Ich habe genau von der Karriere geträumt, die ich gemacht habe. Oder anders noch: Ich habe nicht gewagt, davon zu träumen, weil das ja mit den bescheidenen Mitteln wirklich ein fantastischer Weg gewesen ist. Ich bin unglaublich dankbar, manchmal sogar demütig vor dem, was mir da widerfahren ist. Aber ich habe so viel erlebt und so viel gesehen und so viele Menschen getroffen. Ich bin froh und dankbar für die Möglichkeiten, die ich bekomme, und auch für die Wertschätzung des Publikums, die ich erfahren darf.

Der Markt entwickelt sich derzeit eher weg vom linearen Fernsehen, Streaming-Anbieter sind stark im Kommen. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Ja, lineares Fernsehen verändert sich. Die Sender müssen aufmerksam sein, damit ihnen nicht die nächste Generation verloren geht. Ich bin froh, dass wir beim ZDF da ganz gut aufgestellt sind, da es neben dem linearen Fernsehen mit der Mediathek auch ein Video-Bibliothek-Angebot gibt. MagentaTV und ZDF arbeiten ja zu Recht an vielen Stellen zusammen. Insofern glaube ich, dass das ZDF richtige Wege geht. Aber natürlich gibt's Anbieter wie Amazon, Netflix und eben auch MagentaTV und die setzen qualitative Standards. Wenn ich ganz frech bin – vielleicht schaffen wir das mit Bestbesetzung auch.

Streamen Sie selbst auch?

Ja, ich streame selbst auch, gucke auch hin und wieder Serien. Ich habe in den 90er und 2000er Jahren sehr viel gearbeitet. Wirklich so viel gearbeitet, dass ich vieles aus dem Bereich Kultur gar nicht so mitbekommen habe. Ganz viele Kinofilme zum Beispiel aus der Zeit kenne ich gar nicht. Ich habe neulich Pulp Fiction gesehen, ist echt ein guter Film. Ich bin nur ein paar Wochen zu spät dran gewesen. Ich gucke aber genauso ARD und ZDF, wenn ich mich zum Beispiel mit politischen Informationen ausstatten möchte.

  • Was glauben Sie, wie man in 20 Jahren fernsieht?

    Jemand, der behauptet, das jetzt zu wissen, den halte ich für einen sehr mutigen Charakter oder für ein sehr sonniges Gemüt. Ich weiß es nicht. Vielleicht hat dann jeder einen kleinen Beamer in der Tasche und braucht gar keinen Bildschirm mehr, sondern kann sich sein Programm an jede Wand der Welt werfen. Ich bin sicher, noch vor zehn Jahren hat man gedacht, Facebook ist das Nonplusultra. Aber die nächste Generation ist überhaupt nicht mehr bei Facebook. So wird sich das entwickeln. Ich vermute, wir werden auch das Ende von Instagram noch erleben. Es würde mich wundern, wenn nicht. Aber so offen sollte man sein, dass man weiß, die Entwicklung ist nicht zu Ende.

    Wenn Sie zurückblicken, was war Ihr bedeutendster TV-Moment?

    Das ist natürlich schwer, weil ich ja doch die eine oder andere Sendung moderiert habe. Die WM 2006 mit Jürgen Klopp und Urs Meier war für mich schon außergewöhnlich. Ich habe zum 80. Geburtstag von Udo Jürgens eine Lebensretrospektive moderiert, mit über 6 Millionen Zuschauern, und traurigerweise ist er wenige Wochen später gestorben. Das war für mich durch die enge Zusammenarbeit mit Udo Jürgens im Nachhinein nochmal hochemotional. Ich glaube, Helmut Kohl war fünf Mal bei mir in der Sendung zu Gast. Die Gespräche waren gut, aber in der Maske vorher war es auch immer schön. Da wollte er immer wissen, was mit Kaiserslautern ist und mit Fußball generell. Es hat schon ein paar Begegnungen gegeben. Ich nehme keine heraus. Ich bin dankbar für ganz viele Erfahrungen. 


    Sie haben bereits zwischen 2009 und 2013 mit der Telekom zusammengearbeitet, bei LIGA total!, dem damaligen Fußball-Bundesliga Angebot. Schlägt Ihr Herz mehr für Sport oder mehr für Talk?

    Schwere Frage. Am Ende ist Sport eine hochemotionale Sache. Ein Gespräch kann auch emotional sein, aber Sport ist ja verlässlich emotional. Da gibt es sehr selten ein langweiliges 0:0. Wenn Sie mir die Waffe auf die Brust setzen würden, würde ich mich für Sport entscheiden.


    Vielen Dank für das Gespräch!

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