Interview mit Collien Ulmen-Fernandes

Familienzeit ist das Allerschönste

  • Mehr Magenta: Interview mit Collien Ulmen-Fernandes Bühne

Sie ist Mutter, Jugendidol, erfolgreiche Entertainerin – und neue Schiffsärztin auf dem Traumschiff: Collien Ulmen-Fernandes spricht im Interview über den Spagat zwischen Beruf und Familie, geschlechterneutrale Erziehung und die anfängliche Angst vor großen Bühnen.

  • Frau Ulmen-Fernandes, Sie sind gerade von Dreharbeiten auf den Malediven zurückgekommen. Wie hat sich das angefühlt, so eine Fernreise (wenn auch geschäftsbedingt) zu Corona-Zeiten?

    Ja, wir haben für das Traumschiff gedreht! Das war total surreal, wenn man aus dem deutschen Schmuddelwetter mit Lockdown und Unsicherheit plötzlich auf einer Trauminsel mit weißem Sandstrand landet. Aber natürlich wurde das komplette Team vor Ort jeden Tag auf Corona getestet. Es gab sogar eine Quarantäne-Insel! (lacht) Für uns war die Pandemie zu dieser Zeit also gar kein Thema. Es fühlte sich wie eine Parallelwelt an – viel zu schön, um wahr zu sein. Wie vor Corona eben. Trotzdem denkt man natürlich auch an die ganzen Kollegen aus der Kulturwelt, denen es aktuell schlecht geht. Das geht mir schon sehr nahe. Wir saßen im Team oft abends an der Bar und konnten nicht fassen, wie gut es uns gerade geht.

    Ab Ostern sind Sie als Schiffsärztin auf dem Traumschiff zu sehen. Freuen Sie sich auf die neue Rolle?

    Ich freue mich wahnsinnig! Vor allem nach dem Zusammenbruch von VIVA damals habe ich mir immer ein Format gewünscht, in dem man mit tollen Kollegen eine tolle Zeit haben kann. In Sachen Work-Life-Balance ist das Traumschiff einfach perfekt. Und die Dreharbeiten sind tatsächlich genauso, wie ich sie mir vorgestellt habe. Eigentlich sogar noch viel schöner! Man verbringt eine gute Zeit mit tollen Leuten an einem schönen Ort. Und wird auch noch dafür bezahlt. (lacht)

    Was, denken Sie, macht den beständigen Erfolg des Formats seit nunmehr 40 Jahren aus?

    Ich glaube, es ist auch das starke Teamgefühl, auf das bei der Produktion sehr viel Wert gelegt wird. Diese gute Stimmung am Set kommt, denke ich, auch bei den Zuschauern an. Wie vor der Kamera, so ist es eben auch hinter den Kulissen!


    • Collien Ulmen-Fernandes in 15 Sekunden


      Tatort oder Traumschiff?
      Traumschiff!

      Moderieren oder Schauspielern?
      Schwierig! Im Zweifel: Dokus moderieren.

      Buch oder Film?
      Film.

      Brause-Ufo oder Bumbum-Eis?
      Bumbum-Eis!

      Gameboy oder Tamagotchi?
      Auf jeden Fall Gameboy, da habe ich früher immer Tetris drauf gespielt.

      Pauschalreise oder Abenteuerurlaub?
      Eher Abenteuerurlaub – aber ohne Bungee-Springen. Ich mag es in jedem Fall lieber, das echte Leben kennenzulernen, als im Clubhotel völlig abgeschirmt zu sein.

      Autoritär oder Laissez-Faire?
      Laissez-Faire. (lacht)

      Mama oder Mutti?
      Mama.

  • Mehr Magenta: Collien Ulmen-Fernandes lächelt
  • Frau Ulmen-Fernandes, Sie sind aus der deutschen Unterhaltungsbranche nicht mehr wegzudenken. Wie schaffen Sie den Balanceakt zwischen Partnerschaft, Mama sein und Erfolg im Beruf?

    Das ist natürlich schwierig, weil mein Beruf bedeutet, auch mal länger von zuhause weg zu sein. Es gab schon Zeiten, in denen ich meine Familie drei Monate nicht gesehen habe. Bei meinem Mann genau das gleiche. Unsere Tochter kennt das Familienleben aber nur so und ist von klein auf gewöhnt, dass Mama oder Papa mal nicht da sind. Wir halten uns in diesen Zeiten immer mit Bildern auf dem Laufenden und face-timen viel.

    Angefangen hat Ihre Karriere 2000 als Moderatorin von BravoTV bei RTL2. Damals waren Sie 19 Jahre alt. Wollten Sie schon als Kind immer auf die große Bühne?

    Darüber habe ich mir, ehrlich gesagt, gar nicht so viele Gedanken gemacht. Damals wollte ich einfach Schauspielerin oder Tänzerin werden. Auch als ich die Berufsausbildung zur Bühnentänzerin gemacht habe, wollte ich einfach nur tanzen. Tatsächlich hat es mir anfangs eher Angst gemacht, auf einer großen Bühne zu stehen. Ich weiß noch, als ich bei BravoTV das erste Mal vor 3.000 Teenies moderieren musste. Ich hatte totale Angst vor dem Publikum. Es war also mehr die Lust aufs Moderieren, als die Lust aufs Rampenlicht. (lacht) Mittlerweile macht mir aber auch das Spaß.

    Wie bedeutet für Sie Familie?

    Familie ist für mich meine Kernfamilie: mein Mann und mein Kind. Und dann gibt’s natürlich noch weitere Verwandte, deren Partner, deren Kinder, und, und, und.

  • Was ist für Sie pures Familienglück?

    Vor einem anstehenden Dreh ist man immer nervös. Gerade wenn besonders emotionale Szenen bevorstehen, wie in meiner ersten Folge Traumschiff. Dann nach Hause zu kommen, den Kopf frei machen und wieder Familienzeit zu haben, ist das allerschönste.

    Haben Sie ein besonderes Ritual, wenn Sie nach Dreharbeiten alle wieder zusammenkommen?

    Wir haben eine Serie, die wir immer zusammen schauen. Dann bestellen wir Essen, essen auch manchmal im Bett (lacht) und schalten unsere Serie an. Ach, und Rummikub haben wir zuletzt für uns entdeckt!

    Sie haben ein Buch über das Elternwerden geschrieben und geben in Kolumnen regelmäßig Tipps in Erziehungsfragen. Ein zentrales Thema: genderneutrale Erziehung. Was bedeutet das konkret?

    Genderneutrale Erziehung bedeutet, dass wir unseren Kindern nicht unterbewusst irgendwelche Rollenklischees aufdrücken. Das passiert leider zu oft. Eine Studie hat aufgezeigt, dass auf Kinderkleidung für Mädchen oft Begriffe wie ‚pretty‘ und ‚beauty‘ gedruckt werden, wohingegen Jungs-Klamotten mit Statements wie ‚born to be legendary“ oder ‚Genie‘ daherkommen. Nur ein Beispiel, das zeigt, dass Mädchen von der Gesellschaft viel häufiger mit ihrem Aussehen konfrontiert werden statt mit Logik, Verstand oder Macht. Solche Dinge gesteht man leider immer noch eher Jungs zu, getreu dem Motto „Frauen sind schön und Männer sind Chefs“. Stereotype Werbung, Spielzeug und Kinderfilme tragen auch einen großen Teil dazu bei. Ich denke, das Wichtigste ist, sich dessen bewusst zu werden und darauf zu achten, mit Mädchen nicht häufiger über Äußerlichkeiten zu sprechen, sondern sie auch in ihren geistigen Fähigkeiten zu bestärken.

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    • „Und wer ist bei den Kindern, wenn du arbeitest?“

      Mit dieser und weiteren Fragen zum Thema Mütterbilder setzt sich Collien Ulmen-Fernandes in einem neuen TV-Format auseinander und begleitet vier Mütter mit unterschiedlichen Lebensentwürfen im Alltag.

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  • Stichwort Erziehung. Sind Sie und Ihr Ehemann stets einer Meinung in Erziehungsfragen?

    (lacht) Wir sind in vielen Bereichen NICHT einer Meinung, aber ich glaube, das ist auch ganz normal unter Eltern. Aber solche Momente sind dann immer sehr guter Stoff für meine Dokus!

    Gibt es aus Ihrer Sicht ein No-Go, das Eltern niemals machen sollten?

    Das sogenannte ‚Helikoptern‘. Bei einem Experiment für die ZDF-Doku Generation Helikopter-Eltern haben wir Kinder eine Sprossenwand hochklettern lassen. Die war natürlich mit dicken Matten rundherum abgesichert. Aber es war erstaunlich, wie viel Angst die Eltern trotz alledem hatten und einfach die Hände nicht von ihren Kindern lassen konnten. Genau das stört den motorischen Lernprozess und die sogenannte Selbstwirksamkeit der Kinder, also die Erfahrung, diese Aufgabe alleine bewältigen zu können.

  • … und im Gegensatz etwas, das Eltern unbedingt machen sollten?

    Sich mit Geschlechterklischees auseinandersetzen, den Kindern etwas zutrauen und den Rest regelt gute Intuition.

    Ihr Mann Christian Ulmen hat einen Sohn aus erster Ehe mit in die Beziehung gebracht. Wie gelingt Ihnen das Leben als Patchwork-Familie?

    Wir kennen es gar nicht anders. Ich habe Christian mit Kind kennengelernt und so waren wir von Anfang an eine Patchwork-Familie. Insofern war das für mich und auch für unsere Tochter schon immer das ganz normale Familienmodell. Da gab’s nie Probleme mit!

    Homeschooling vs. Homeoffice – was geben Sie gestressten Eltern mit auf den Weg, um auch diese Zeit gut zu überstehen?

    Das ist für uns alle eine ungewohnte Zeit. Im ersten Lockdown sagte meine Tochter zu mir: „Mama, meine Lehrerin kann das viel besser als du“. Ich habe dann die Erziehungsexperten aus meiner Doku gefragt, wie ich darauf reagieren soll. Ihr Rat war, dass ich einfach zugeben solle, dass sie Recht hat. (lacht) Natürlich können wir Eltern das nicht so gut, weil wir keine Expertise in dem Bereich haben. Das war für mich eine wertvolle Erkenntnis: Ich kann es vielleicht nicht so gut, aber das muss ich auch gar nicht. Ein anderes wichtiges Learning war, feste Zeiten für Lernphasen und Pausen einzuhalten. Da besteht meine Tochter mittlerweile auch vehement drauf. (lacht)

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  • Ihre Eltern stammen aus Indien und Ungarn. Wie unterscheiden sich die beiden Kulturen in Bezug auf das Familienleben von der deutschen?

    Die Ungarn in meiner Familie, die auch schwäbisch fest verwurzelt sind, haben mit den Indern unglaublich viel gemeinsam. Von beiden Seiten habe ich das Thema Sparsamkeit eingeimpft bekommen. Das einzige, was den indischen Teil der Familie massiv vom Rest unterscheidet, ist die Pünktlichkeit (lacht). Da kann aus einer Verabredung um 13 Uhr auch schon mal 14:30 Uhr werden…

    Haben Sie sich in Erziehungsfragen viel von Ihren Eltern abgeschaut oder gehen Sie und Ihr Mann Ihren eigenen Weg?

    Wir gehen unseren eigenen Weg. Meine Eltern haben damals eher das klassische Familienmodell gelebt: Meine Mutter war Hausfrau und mein Vater hat gearbeitet. Das ist bei uns jetzt natürlich eine völlig andere Situation – wir sind beide öfters mal für Dreharbeiten weg und müssen uns dann jeweils alleine um unsere Tochter kümmern.

    Wir haben viel über das Elternsein geredet. Wie waren Sie als Kind und was hätten Sie sich damals von Ihren Eltern gewünscht?

    Es gibt eigentlich nur eine Sache, die ich mir gewünscht hätte, wobei man meinen Eltern da keinen Vorwurf machen kann. Es gab eben gewisse Dinge, die nun mal so waren. Zu meiner Kommunion war es für mich völlig klar, dass ich eine Hose anziehen wollte. Meine Eltern bestanden aber darauf, dass man als Mädchen ein Kleid zu tragen hat. Ich konnte Kleider nicht ausstehen! Streit vorprogrammiert. (lacht).

Als VIVA-Moderatorin haben Sie die Jugend vieler geprägt. Gibt es Jugendsünden, über die Sie heute lachen können oder Dinge, die Ihre Eltern bis heute nicht wissen?

Nichts Spezielles. Wie alle Teenies haben wir uns mal aus dem Haus geschlichen und mit 12 Jahren Bier vom Kiosk gekauft. Der ganz normale Wahnsinn eben. (lacht)

Ihre Tochter ist Kind zweier Prominenter. Würden Sie sich freuen, wenn sie in Ihre Fußstapfen tritt oder wäre Ihnen ein bodenständigerer Lebensweg für sie lieber?

Das ist gerade tatsächlich ein großes Thema! Sie spricht oft davon, dass sie genau das machen möchte, was wir machen. Aber sie bekommt das natürlich auch von einer sehr positiven, privilegierten Seite mit. Den meisten in unserer Branche geht es ja nicht so wie uns. Es gibt so viele Schauspieler, die den ganzen Tag darauf warten, dass die Agentur anruft. Schauspieler zu sein ist wirklich ein harter Job und so wie wir leben, das ist eigentlich nicht die Lebensrealität. Die meisten Schauspieler kommen kaum über die Runden. Dann bekommt unsere Tochter mit, dass Mama ständig auf die Malediven fliegt und denkt, der Job geht so. Also ich bin eher nicht dafür, dass sie in so eine Branche geht – auch wenn sie das zumindest zurzeit unbedingt möchte. Gerade als Frau ist es auch nochmal schwieriger. Es gibt viel weniger weibliche Rollen, als Rollen für Männer und die meisten sind auch noch total klischeebeladen. Ich hatte zum Beispiel mal eine Rolle in einem Krimi. Da sollte ich morgens von den Kommissaren geweckt werden und mir wurde gesagt, dass ich dafür geschminkt werden solle. Das habe ich nicht verstanden. Ich meine, ich stehe ja gerade auf, warum sollte ich da geschminkt sein? Da war die Antwort: „Naja, das sieht dann einfach besser aus.“ Das macht für mich gar keinen Sinn. (lacht)

Wie sieht ein typischer Kindergeburtstag im Hause Ulmen-Fernandes aus?

Da darf unsere Tochter natürlich komplett selbst entscheiden, was sie machen möchte. Das kann dann ein „Elsa und Anna“-Geburtstag sein, mit Frozen Eispalast-Geburtstagstorte und allem Drum und Dran. Oder eine Party auf dem Indoor-Spielplatz. Das kommt immer darauf an, was gerade in der Altersgruppe so angesagt ist.


Vielen Dank für das spannende Interview!


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