Hollywood-Luft in Köln

Ein Tag als Komparse

  • Mehr Magenta: Hollywood-Luft in Köln - Bühne
    • Einmal in einem echten Kinofilm mitspielen – ein Traum, der keiner bleiben muss. Statisten haben die Chance, sich selbst mal auf der großen Leinwand zu sehen. Unsere Redakteurin hat es ausprobiert.


      • Samstag, 04:30 Uhr. Etwas gewöhnungsbedürftig ist es schon, zu einer Uhrzeit am Bahngleis zu stehen, zu der andere gerade erst vom Feiern heimkommen. Im wirklichen Leben habe ich zum Glück andere Arbeitszeiten. Aber mit meinem Ziel vor Augen fällt mir der frühmorgendliche Ausflug gar nicht so schwer.

        Vor ein paar Monaten, beim Statisten­Casting, hätte ich nicht gedacht, eines Tages wirklich zum Set fahren zu dürfen. Doch kurz nach dem Termin bekam ich von der Agentur einen Anruf mit der Mitteilung, dass ich ins Profil passe, und der Frage, ob ich am Drehtag im Juli Zeit hätte. Ich hatte – und wurde als Passantin eingeteilt. Mindestens

      • zwei Outfits sollte ich am Drehtag zur Auswahl mitbringen, keine knalligen Farben oder auffälligen Muster – und bitte beachten: Der Film spielt im Frühling.

        Als ich am Treffpunkt in Köln ankomme, sehe ich einen kleinen Containerpark und steuere geradewegs darauf zu. Die Pulsfrequenz steigt. Ich melde mich an und warte mit rund 20 weiteren Komparsen bei einem Kaffee darauf, dass es losgeht. Plötzlich wird es hektisch. Ich werde zur Kostümabteilung gelotst und die zuständige Dame wählt eines meiner Outfits aus. Leider das mit der Lederjacke, doch dazu später mehr.

      • „Wieder auf Anfang!“

        Im ausgewählten Outfit geht es mit der ganzen Gruppe zum Set. Rund um eine Kirche sind ein Café und ein Flohmarkt aufgebaut. Die Kulisse wirkt abgesehen von den Scheinwerfern und Kameras völlig natürlich, beinahe alltäglich. Die Komparsen werden eingeteilt und ihren jeweiligen Startpunkten zugewiesen. Ich bekomme eine Film-Freundin zur Seite gestellt, mit der ich über den Flohmarkt schlendern und eine Treppe hinabgehen soll. Wenige Schritte, die ich mir durchaus zutraue. Ein gutes Stück von uns entfernt sitzen die Hauptdarsteller im Film-Café. Zwischen Kameras und Scheinwerfern kann ich die Umrisse der beiden erahnen.

        Auf „Action!“ geht es los – alles wie im Film. Meine neue Freundin und ich laufen erst los, als eine Mutter mit ihrem Kinderwagen hinter einer Kurve verschwindet. Alles klappt. Aber das Filmteam ist mit Muttis Performance nicht auf Anhieb zufrieden. Also, alles auf Anfang. Warten. Noch mal zurück und wieder von vorne. Warten. Den Einsatz nicht verpassen. Action – und stopp! Den Punkt merken, wo wir stehen geblieben sind und ab da gleich noch mal. Kameras und Scheinwerfer werden umgestellt und die Szene wird aus einer anderen Perspektive gefilmt – erneut alles auf Anfang.

        Immer wieder schreiten wir die paar Meter ab, während die Sonne langsam ihren höchsten Punkt erreicht und die Lederjacke an meiner Haut klebt. Wie oft die Hauptfiguren wohl ihren Dialog wiederholen müssen? Ich weiß es nicht. Dann auf einmal ist die Szene im Kasten und wir Statisten verkrümeln uns bis zum nächsten Einsatz in den Schatten.

        Von dort aus beobachten wir, wie sich ein Schütze auf einem Gerüst an einer Hausfassade positioniert. Der Lauf seines Maschinengewehrs ist auf die Hauptdarsteller gerichtet. Es folgt eine kurze Einweisung, wie er die Waffe zu halten hat. Ich frage mich, ob nun eine Schießerei in bester Hollywood-Manier folgt, doch die Einstellung ist schneller vorbei als gedacht. Ohne Showdown.



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      • Mehr Magenta: Hollywood-Luft in Köln - Händchen halten
      • Händchenhalten mit einem Fremden

        Nach der Mittagspause dreht das Filmteam eine Szene ohne Statisten. Erst am Nachmittag werde ich wieder gebraucht. Ein Film-Freund ersetzt meine bisherige Freundin – mit ihm soll ich zum Café schlendern und mich auf eine Treppe setzen. Wir warten hinter einer Ecke auf unseren Einsatz. Der Hauptdarsteller spaziert gut gelaunt an uns vorbei. Ihn hautnah im echten Leben zu sehen, wirkt beinahe surreal.

        Die Regisseurin winkt mir zu. Ich soll mich nun ins Café setzen. Jemand stellt mir ein Glas Wasser hin. Bei inzwischen über 30 Grad im Schatten fällt es mir schwer, es nicht sofort hinunterzukippen. Auf Kommando unterhalte ich mich tonlos mit einer weiteren neuen Film-Freundin. Die Hauptdarstellerin sitzt am Tisch hinter mir. Plötzlich zeigt die Kamera in meine Richtung. Der Filmpartner der Darstellerin läuft direkt auf mich zu und setzt sich zu ihr an den Tisch. Wird die Sequenz nicht herausgeschnitten, werde ich im Kino für einige Sekunden voll zu sehen sein. Ein komisches Gefühl.

        Gegen 18:00 Uhr endet mein Drehtag. Als ich um halb acht endlich daheim unter der Dusche stehe, fühle ich mich wie erschlagen. Obwohl ich die meiste Zeit mit Warten verbracht habe, war es anstrengend, bei hochsommerlichen Temperaturen stets konzentriert zu bleiben und auf Abruf bereitzustehen. Doch es hat sich gelohnt: Ich konnte viele neue Eindrücke sammeln und mein Respekt vor Schauspielern ist deutlich gestiegen.

      • Das Happy End?

        Gut ein Jahr später. Es ist so weit – „mein“ Film ist endlich fertig. Ich weiß nur, dass die Café-Szene irgendwo gegen Ende erscheinen soll. Um die Premiere gebührend zu feiern, verabrede ich mich mit ein paar Freunden fürs Kino. Etwas nervös bin ich schon. Dann geht es los. Der Film läuft und ich halte mich an meinem Popcorn fest. Ich tauche in den Film ein und vergesse fast, worum es mir ging. Plötzlich erkenne ich die Kulisse. „Das ist meine Szene!“, flüstere ich aufgeregt und setze mich auf. Als Passant im Hintergrund kann ich mich nicht finden. Vielleicht wurde die kurze Sequenz auch herausgeschnitten. Aber dann richtet sich die Kamera auf die Hauptdarstellerin im Café. Ihr Filmpartner läuft auf sie zu. Man sieht ihn nur von hinten. Und dann, ganz kurz, bin ich im Bild. Im Café, am Tisch! Einen Moment lang ziehen wir den Unmut der anderen Kinogäste auf uns. Aber es hat sich gelohnt.

      • Happy End im Kino
  • MagentaTV: A Confession

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